Drankse, zw. Wieker Bodden und Ostsee
Das ehemalige Fischerdorf liegt zwischen dem Wieker Bodden und der Ostsee auf einer kleinen Landzunge welche an der schmalsten Stelle gerade einmal 50m ausmacht. Dranske sowie die anderen Ortschaften der Gemeinde sind slawischen Ursprunges und wurde 1314 erstmals urkundlich erwähnt, der Ortsteil Nonnevitz sogar bereits in einer Schenkungsurkunde des Rügenfürsten Jaromar I. an das Zisterzienserinnenkloster in Bergen im Jahr 1193.
Die Bevölkerung lebte von der Fischerei und der Landwirtschaft und von der Fischer. Im Jahr 1683 eröffnete die Schiffspostlinie Ystad - Bug - Stralsund, welche dem Ort einen weiteren Entwicklungsschub brachte und auf dem Bug entstand ein Posthaus und der Posthafen. Der Linienverkehr wurde bis ins Jahr 1895 betrieben. Seit 1917 wurde der Bug militärisch genutzt und war über 75 Jahre Sperrgebiet. Im Jahr 1963 begann die Nationale Volksarmee hier ihren Schnellbootstützpunkt auszubauen und bauten angelehnt an das Fischerdörfchen die DDR-typischen Plattenbauten als Wohneinheiten für die Berufssoldaten und ihre Angehörigen. Mit Kindertagesstätten, Schulen, Artzpraxen und Kaufhallen entstand hier auf der grünen Wiese eine komplett neue Infastrukur. Nach der Wende wurde der Stützpunkt im Dezember 1991 aufgelöst. In Folge grasierte im Ort eine hohe Arbeitslosigkeit und die Einwohnerzahl ging von 4.500 auf gerade einmal 1.200 Einwohner zurück, so dass das Neubaugebiet einer Geisterstatt ähnelte. Nach verschiedenen Rückbauprojekten sind bis zum heutigen Tage fast alle Neubaublöcke abgerissen bzw. saniert worden, dies hatte aber zur Folge das der kleine Ort hoch verschuldet ist und sich unter Zwangsverwaltung befindet.
Die Hoffnungen auf Investitionen für Dranske und dem Bug stützten sich mit „Olympia 2012" bei der Leipziger Kandidatur die ebenso scheiterte wie vieles andere. Den Traum eines olympischen Segelsport-Stützpunktes mit einem 480 Mio. schweren Tourismusprojekt, einer einmaligen Wassersportlage zwischen Wieker Bodden und Ostsee, zwei neue Häfen, Luxushotels und ausgedehnte Ferien- appartement träumt heute keiner mehr, ob und in wie weit hier überhaubt noch gebaut wird und sich Investoren finden lassen steht in Sternen. Heute können Sie den Bug und seiner einmaligen Natur auf geführten Wanderung des Nationalparkamtes bewundern. So hat man vom Bug einen herrlichen Blick über Hiddensee, wenn die Sonne in den Sommermonaten über Rügens kleine Schwester untergeht.
Ebenfalls zur Gemeinde Dranske gehört der kleine Ort Kuhle, den Sie auf den Weg nach Dranske und Nonnevitz durchqueren. Hier finden sie die älteste Wirtschaft der Insel, den "Schifferkrug". Nachweislich wird hier seit 1455 Bier ausgeschenkt.
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