Garz, die älteste Stadt auf der Insel Rügen
Im 11./12. Jahrhundert existierte als Fürstensitz eine slawische Burganlage mit Wall und Siedlung welche 1168 von den christlichen Dänen ebenso wie den Svantovit-Tempel im Burgwall am Kap Arkona zerstört wurden. Ab 1240 siedelten deutsche Kolonisten und die Ortschaft Garz entstand. Garz erhielt 1316 vom Rügenfürst Wizlaw III. das Stadtrecht (civitatis Gartz) und wurde erstmals erwähnt. Sie war jahrhundertelang die einzige Stadt auf der Insel, und erst im 17. Jahrhundert ging das gleiche Recht an Bergen.
Umgeben von einem wunderschönen Park ist heute noch der slawische Burgwall aus vorchristlicher Zeit sichtbar, direkt am Park befindet sich das Ernst Moritz Arndt Museum, in dem ebenfalls eine Ausstellung über die Geschichte der Stadt Garz zu sehen ist. Museum ist das älteste kulturhistorische Museum der Insel Rügen und erhielt bei seiner Einweihung den Namen Ernst Moritz Arndt, welcher 1769 im benachbarten Dorf Groß Schoritz geboren wurde. Vom Rügen Museum über die Nationale Gedenkstätte der DDR bis zum heutigen Literatur- und Biografiemuseum hat das Museum eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Die Ausstellungen widmen sich heute dem Leben des Namenspatrons und regionalhistorischen Themen.
Nebem dem bestimmt die St. Petri Kirche, eine gotische Backsteinkirche auf einem Fundament aus Findlingen das Stadtbild. Die Kirche wurde um 1350 erbaut und ist 1396 erstmals urkundlich als deme godeshuze tu sunte Petare tu Gartze erwähnt worden. Anfangs bestand sie lediglich aus zwei Westjochen mit Sakristei, jedoch wurden kurze Zeit später drei Langhausjoche hinzugefügt.
Direkt an der Deutschen Alleenstraße gelegen wird auch heute noch das Stadtbild durch mittelständisches Gewerbe und Landwirtschaft geprägt und lädt zu Ausflügen in die Natur und die Umgebung ein. Die älteren Bürgerhäuser, zumeist traufständig, stammen ausschließlich aus der Zeit nach dem großen Stadtbrand von 1765 wo Garz weitestgehen zerstört wurde. Um die älteste Stadt der Insel Rügen vom Festland zu erreichen, bietet sich hier die Glewitzer Fähre an, die auch trotz der neuen Rügenbrücke nicht nur Zeit, sondern auch einiges an Kilometer spart.
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